Hier wohnt man prima!
Hier wohnt man prima!

FAQ's "Genossenschaft"

Sind Genossenschaften heute noch zeitgemäß ?

Heute wird manchmal das altmodisch erscheinende Wort Genossenschaft belächelt. Dabei kann aber auch zum Ausgang dieses Jahrhunderts der Genossenschaftsgedanke wichtig werden gegen den Egoismus und die Vereinzelung in unserer Gesellschaft.

Im Jahr 1889 beschloss der Reichstag ein Genossenschaftsgesetz, auf dessen Grundlage sich in den 20er Jahren und nach 1945 in Deutschland ein gemeinnütziges Bauen entwickelte, das Millionen Menschen ein Zuhause verschaffte. Kern des Genossenschaftsgesetzes war eine begrenzte Haftung der Mitglieder mit ihrem Genossenschaftsanteil und nicht mehr mit ihrer gesamten Existenz. Arbeiter und Handwerker taten sich zusammen und bauten mit ihrem Ersparten Häuser und Wohnungen. Sie durften sich sicher fühlen, einmal Miteigentümer zu sein. Zwischenzeitlich ist der Genossenschaftsgedanke von den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen aufgegriffen worden. Vereine, Verbände, Parteien, Gewerkschaften, Bahn, Post und Kirche haben Genossenschaften gegründet.

Worauf basiert der Genossenschaftsgedanke ?

Trotz der verschiedensten Formen einte ein Gedanke alle Genossenschaften: Das demokratische Prinzip. In der Genossenschaft hatte nicht der das Sagen, der die meisten Anteile erwirbt, sondern es galt grundsätzlich ein Prinzip: Jedes Mitglied hat eine Stimme. Da die Genossenschaften schnell wuchsen, ließ sich häufig dieses Prinzip nicht durchhalten. Die Notwendigkeit schneller und komplizierter werdender Entscheidungen im Alltagsgeschäft erforderte neue Formen der Mitbestimmung. Die Mitglieder der Genossenschaft wählten sich Vertreter, die für die Durchsetzung der Beschlüsse der Mehrheit sorgten. Heute sind die Genossenschaften ähnlich organisiert, wie andere Wirtschaftsunternehmen. Das Genossenschaftsgesetz wurde an diese Erfordernisse mehrfach angepaßt. Ein Vorstand führt die Geschäfte und ein von den Mitgliedern aus ihrer Mitte gewählter Aufsichtsrat kontrolliert die Geschäftsführung. Mindestens einmal im Jahr findet die Vertreterversammlung statt, in der über die Grundsätze der Geschäftspolitik entschieden wird. Die Regeln der Mitgliedschaft und der Mitbestimmung sind in einer Satzung zusammengefaßt, die von der Vertreterversammlung beschlossen wurde. An diese Satzung sind alle Mitglieder, Mitarbeiter, Vertreter und Aufsichtsräte gebunden. Aber man darf den Blick vor den Realitäten nicht verschließen: Auch Wohnungsgenossenschaften sind Wirtschaftsunternehmen, die straff und gut organisiert sein müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben und am Markt Erfolg zu haben. Ohne wirtschaftlichen Erfolg nützt die beste genossenschaftliche Gesinnung nichts.

Worin besteht der Vorteil des Wohnens in Genossenschaften?

Das Genossenschaftsrecht schützt das Wohnen besser als das normale Mietrecht. Als Genossenschaftler ist man sozusagen „Mieter im eigenen Haus“. Das gibt nicht nur ein Gefühl der Sicherheit nach Außen, sondern verschafft auch, bei Einhaltung aller mietvertraglichen Vereinbarungen, ein lebenslanges Wohnrecht. Andererseits kann man seinen Mietvertrag normal kündigen. Das eingezahlte Guthaben wird zurückgezahlt, wenn die Mitgliedschaft gekündigt wurde und die Kündigungszeit abgelaufen ist. Wichtig ist vor allem jedoch: Wohnungen sind bei Genossenschaften keine Spekulationsobjekte. Das bedeutet wirtschaftlich angemessene Mieten, hohe Investitionen in die Erhaltung der Wohnungen, in Gemeinschaftseinrichtungen und auch in den Neubau. Sämtliche Einnahmen aus der Vermietung werden in das genossenschaftliche Vermögen investiert, ohne daß Gewinne für einzelne Immobilienbesitzer entstehen.

Genossenschaftliches Denken ist auf folgenden Säulen aufgebaut: Selbsthilfe, Selbstbestimmung, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Für den Bestand dieser Säulen ist ein Miteinander aller Mitglieder und Mitarbeiter unumgänglich. Es ist auch notwendig, Gemeinsinn und Zusammengehörigkeitsgefühl zu erhalten und zu beleben.

Wie können sich Genossenschaften in der Marktwirtschaft behaupten ?

Für die erfolgreiche Führung einer großen Wohnungsgenossenschaft kommt man ohne Fachleute und Manager, aber auch ohne Verwaltung, Hierarchie und Bürokratie nicht aus. Dennoch steht im Vordergrund jeglicher Tätigkeit der Genossenschaft das Ziel, die Probleme der Mitglieder ernst zu nehmen, freundlich und kompetent SERVICE zu leisten! Die Mitarbeiter und Führungskräfte der MWG-Wohnungsgenossenschaft eG Magdeburg haben sich dazu ein Unternehmensleitbild gegeben. Darin sind verbindlich für alle Mitarbeiter und für den Vorstand Unternehmensziele, Aufgaben zur Erreichung dieser Ziele sowie Verhaltensgrundsätze in der Arbeit nach innen und außen festgeschrieben.

Können sich Genossenschaften an Marktveränderungen anpassen ?

Nach1990 veränderte sich, auch durch den sich rasant verändernden Wohnungsmarkt, die Struktur der Mitglieder. Viele Mitglieder  hatten  den Nachholebedarf, für sich und ihre Familie Wohnraum nach eigener Wahl zu schaffen oder zu suchen.

Dieser Veränderungsprozess ist weitestgehend abgeschlossen. Eine Fluktuation unter 8% und ein Leerstand von unter 5% signalisieren eine hohe Akzeptanz unserer genossenschaftlichen Leistungsangebote und neues Vertrauen in genossenschaftliches Wohnen.

Die Zulassung der BAFin im Jahr 2009 zur Gründung und zum Betrieb einer eigenen genossenschaftlichen MWG-Spareinrichtung bestätigt auch die wirtschaftliche Stabilität unserer Wohnungsgenossenschaft.

Sind Genossenschaften eine deutsche Besonderheit ?

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahr 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt, um den Beitrag der Genossenschaften hervorzuheben, den sie für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung leisten, besonders ihren Beitrag, Armut zu verringern, Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten und soziale Integration zu fördern.